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Während die Nutzung mehrerer Verkehrsmittel mit einer Fahrkarte in Deutschland aufgrund der zahlreichen Tarif- und Verkehrsverbünde mittlerweile nahezu überall alltäglich ist, steht vielen Europäischen Verkehrssystemen eine Vereinheitlichung der Tarif- und Ticketing-Systeme der einzelnen Verkehrsunternehmen noch bevor. BSL ist von einer südosteuropäischen Metropole beauftragt worden, den Aufbau eines integrierten Tarif- und Vertriebssystems sowie eines Einnahmeaufteilungsverfahrens für den ÖPNV/ SPNV im Rahmen einer Machbarkeitsstudie strategisch voranzutreiben.

Uneinheitliche Tarife und Preiskampf durch Parallelverkehre

Zu Beginn des Projektes wurde das lokale Verkehrssystem hinsichtlich der Tarif- und Vertriebssysteme der einzelnen Verkehrsunternehmen detailliert beleuchtet. So wurde deutlich, dass die größte Herausforderung in der Vereinheitlichung der existierenden Tarifsysteme liegen wird: Während das System des innerstädtischen Bus- und Trambetreibers auf einer Struktur großflächiger Zonen basiert, erfolgt die Preisbildung im regionalen Schienen- und Straßenverkehr relationsabhängig mit einer degressiven Preisgestaltung. Darüber hinaus wurde in Gesprächen mit den Betreibern der Verkehrsunternehmen deutlich, dass die regionalen Busbetreiber aufgrund existierender Parallelverkehre in einem ständigen Preiskampf miteinander stehen.

Bestimmung strategischer Eckpunkte durch Benchmark und Best-practices

In einer vergleichenden Analyse wurden die lokalen Gegebenheiten einer Auswahl von Tarif- und Vertriebssystemen in europäischen Verkehrsverbünden gegenübergestellt. Neben den Erfolgsfaktoren dieser Systeme wurden weitere europäische Best-practices aus Tarif und Vertrieb in die Betrachtung integriert. Auf dieser Basis konnten unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten strategische Eckpunkte des zukünftigen Tarifsystems festgelegt werden. So wurden neben einer detaillierten Aufteilung in Tarifzonen auch die Grundzüge des zukünftigen Ticket-Portfolios definiert. Darüber hinaus wurden einheitliche Vertriebskanäle, deren Verantwortlichkeiten sowie die technische Anforderungen festgelegt. Zusätzlich erfolgte eine Betrachtung verschiedener möglicher Einnahmeaufteilungsverfahren, da dieses Thema, insbesondere von den Betreibern regionaler Busunternehmen, aufgrund der zu erwartenden Durchtarifierungsverluste kritisch hinterfragt worden war.

Grundlage für detaillierte Konzeption und Umsetzung eines integrierten Tarifsystems

Die Ergebnisse der Analyse wurden dem Kunden in Form einer Studie übergeben. Diese beinhaltete neben der Zusammenfassung der Analyseergebnisse auch einen Ausblick über die notwendigen nächsten Schritte und bildet somit die Grundlage zur weiteren Umsetzung des integrierten Tarifsystems. Neben der notwenigen operativen Arbeit umfasste der Ausblick insbesondere die Benennung kurzfristiger (Detaillierung Vertriebs- und Einnahmeaufteilungskonzept) und langfristiger (Aufbau CRM, Marketingstrategie) organisatorischer und politischer Entscheidungen und Prozesse, die beim Aufbau eines Tarifsystems und später gegebenenfalls eines Verkehrsverbundes getroffen und durchgeführt werden müssen.
 

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