Praktikumsbericht

 

Von Laya Cornelius

 

 Ausgangspunkt

Nachdem ich im März 2020 mein Studium der Wirtschaftsgeographie mit der Abgabe meiner Masterarbeit abschließen konnte, machte ich mich voller Motivation und Spannung auf die Suche nach einer neuen Herausforderung.

Während meines Studiums setzte ich mich vorrangig mit Themen zu Wissenstransfers innerhalb ökonomischer Raumsysteme, räumlicher Strukturpolitik und Entrepreneurship auseinander. Neben dem inhaltlichen Input lernte ich, regionalstatistische Analyseverfahren mittels geeigneter Software (GIS, R) auf die oben beschriebenen Themengebiete und deren Zusammenhänge und Wirkungsmechanismen anzuwenden. Da ich mich insbesondere für Mobilitäts- und Nachhaltigkeitsthemen begeistern kann und bereits positive Berufserfahrungen in einem Beratungsunternehmen sammeln konnte, entschied ich mich für eine Bewerbung bei der BSL Transportation Consultants GmbH & Co. KG. Trotz der durch die Corona-Pandemie angespannten Lage wurde ich zu einem Kennenlerngespräch eingeladen und begann ab Juli mein dreimonatiges Praktikum.

Der Einstieg bei BSL

An meinem ersten Arbeitstag bekam ich ein Notebook und hatte fortan die Möglichkeit, mobil von zu Hause aus zu arbeiten. Nach einem umfangreichen Onboarding in den ersten Tagen wurde ich direkt in ein Projekt eingebunden, welches ich für die kommenden Monate begleiten durfte. Aufgrund der Umstände arbeiteten die meisten meiner Kolleg*innen im Home-Office und auch die Geschäftsreisen waren deutlich reduziert. Dennoch konnte ich mich gut in das Team integrieren und andere Wege und Mittel finden, die Kolleg*innen auch persönlich näher kennenzulernen. So kamen wir beispielsweise jeden Freitagabend in digitaler Runde zusammen und ließen die Woche gemeinsam ausklingen.

Meine Aufgaben

Das mir zugeteilte Projekt umfasste die Nachfrage- und Erlösprognose über eine Laufzeit von 15 Jahren im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens im Schienenpersonennahverkehr (SPNV). Das Ziel des Projekts bestand darin, für unseren Kunden zu prognostizieren, wie sich die Nachfrage und die daraus resultierenden Erlöse aufgrund verschiedener Einflussfaktoren entwickeln werden. Gleichzeitig sollte unser Kunde nachvollziehen, wie sich unterschiedliche Parameter, wie die Bevölkerungsentwicklung, das Pendlerverhalten oder der Tourismus auf das Fahrgastaufkommen auswirken.

Im Laufe des Projekts hatte ich die Möglichkeit, meine im Studium erlernten inhaltlichen und methodischen Kenntnisse in einem neuen Kontext anzuwenden. Dazu zählte beispielsweise die Recherche der Datengrundlagen, die im Anschluss quantifiziert und in einem Prognosetool zusammengeführt wurden. Während der Projektarbeit erhielt ich einen umfassenden Eindruck davon, wie sich das Fahrgastaufkommen aufgrund sozioökonomischer und betriebsbedingter Faktoren verändern kann und sich die einzelnen Parameter auf den Erlös auswirken. Konkret arbeitete ich u.a. daran mit, die unterschiedlichen Entwicklungen des Fahrgastaufkommens in städtischen und ländlichen Regionen bis zum Ende der Verkehrsvertragslaufzeit unter Berücksichtigung demographischer Entwicklungstendenzen zu prognostizieren.

Zusätzlich zur Nachfrage- und Erlösprognose war ich auch in interne Projekte des Unternehmens eingebunden. Ich beteiligte mich beispielsweise am Homepage-Relaunch und konnte eigene Ideen bei der Überarbeitung des Karriere-Teils einfließen lassen. Darüber hinaus wirkte ich bei der Optimierung der Rahmenbedingungen für Fortbildungen der Mitarbeiter*innen mit.

 

Das hat mir gut gefallen

Insbesondere die flexible Gestaltung der Arbeitszeiten bleibt mir positiv in Erinnerung. Auch wenn es bei einzelnen Projekten zu Überstunden kam, wurde stets darauf geachtet, nicht einer klassischen Großberatung zu entsprechen. Darüber hinaus wurde Wertschätzung sehr groß geschrieben. Damit meine ich nicht nur grundlegende Umgangsformen, sondern auch eine konstruktive und strukturierte Feedbackkultur. So haben wir bereits während des Praktikums meine Stärken und Entwicklungsbereiche genauer definiert und regelmäßig abgeglichen. Da ich das Praktikum direkt nach Abschluss meines Studium absolvierte, war es mir besonders wichtig, meine Entwicklungsbereiche genau zu identifizieren. Anschließend wurden gemeinsame Maßnahmen vereinbart, um die definierten Ziele zu erreichen.

Das Arbeitsumfeld hat mich sehr überzeugt. Das Hamburger Büro ist zentral gelegen und damit sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Darüber hinaus finde ich es spannend, in einem Unternehmen zu arbeiten, das Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger langfristig dabei unterstützt, eine nachhaltige Verkehrswende voranzutreiben.

Herausforderungen

Die größte Herausforderung des Praktikums bestand für mich darin, die wissenschaftlichen Ansätze aus dem Studium anzuwenden und um weitere Anforderungen zu ergänzen. Dazu gehörte u.a. auch, mich in die Perspektive der Kund*innen hineinzuversetzen. Neben inhaltlichen und methodischen Fähigkeiten lernte ich, mir meine Kapazitäten systematisch einzuteilen sowie mit arbeitsintensiven und zeitkritischen Situationen umzugehen. Hier fand ich es gut, dass alle Kolleg*innen darauf achten, sich gegenseitig zu unterstützen.

Fazit

Insgesamt hat mir die Arbeit bei BSL sehr gut gefallen. Trotz der schwierigen, pandemiebedingten Umstände konnte ich mir einen umfassenden Einblick in das tägliche Geschäft einer Unternehmensberatung verschaffen und wurde schnell in das Team integriert. Die Stimmung unter den Mitarbeiter*innen war locker und kollegial.

 

 

 

29. Januar 2021